Ortsteil Rohrbach

Seit 1973 ist die frühere Gemeinde Rohrbach ein Ortsteil von Furtwangen. Rohrbach liegt in einem linken Seitental der Breg, des Quellflusses der Donau.
Die Bauernhöfe des erstmals 1316 erwähnten Ortes gehörten seit altersher zum Kloster St. Margarethen in Waldkirch, zunächst ein Frauenkloster, dann seit dem 15. Jahrhundert ein Chorherrenstift. Im folgenden 16. Jahrhundert erhält das Dorf Rohrbach vom Stift ein sog. Dingrodel, ein Verzeichnis der Rechte und Pflichten, insbesondere der Abgaben. Politisch zählte Rohrbach zur Triberger Obervogtei und damit zu Habsburg. Versuche der Fürstenberger, die östliche Talhälfte für sich zu gewinnen, scheiterten stets.
Im Jahr 1639 wütete die Pest in Rohrbach und im gleichen Jahr wurde Rohrbach ein Teil der neuen Pfarrei Schönenbach (vorher Vöhrenbach). In den folgenden Jahrzehnten zogen mit Glasbläsern, Glasträgern und Kohlebrennern, aber auch dem Schmied, dem Schneider und dem Krämer viele Gewerbetreibende ins Dorf. Die Uhrmacherei und die Strohflechterei entwickelten sich im 18. Jahrhundert. Im 1790 erhielt Rohrbach sogar eine eigene Pfarrei (St. Johann). Zunächst wurde eine Notkirche genutzt, 1843-46 ein Neubau errichtet.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Uhrmacherei einen großen Aufschwung. Uhrengesellschaften wurden gegründet, England und Frankreich mit Uhren beliefert. Mitte des Jahrhunderts brach in Rohrbach die Uhrmacherei zusammen, manche Höfe mussten aufgegeben werden. Die Menschen wanderten ab (1868 629, 1900 496, 1939 nur 376 Einwohner). Sie zogen in die benachbarten Industrieorte wie Furtwangen, St. Georgen oder Vöhrenbach, viele wanderten aus.
In beiden Weltkriegen fielen zudem 35 Männer.

Neubaugebiet mit Kirche

Nach dem Krieg versuchte die Gemeinde dem weiteren Schwund zu begegnen. Mit verschiedenen Wegebaumaßnahmen wurde versucht, die Außenbereich näher ans Dorf zu ziehen. Unter dem letzten Bürgermeister Ketterer wurde das Neubaugebiet Reibschenberg geplant, eine örtliche Wasserversorgung mit Kläranlage errichtet. Die Landstraße wurde verlegt und erweitert. Leider musste 1973 die Dorfschule schließen.
1973 wurde Rohrbach im Rahmen der kommunalen Neugliederung Teil der Stadt Furtwangen. Man musste sich über einige Jahre zusammen raufen.
Der Ort nahm in den folgenden Jahrzehnten einen guten Aufschwung. Ein zweites Baugebiet kam im Ortskern hinzu. Die Einwohnerzahl stieg deutlich bis 1999 auf 522 Personen an. Im letzten Jahrzehnt war sie der allgemeinen Entwicklung folgend wieder rückläufig (2009 448).

Man kann Rohrbach nicht nur als Wohngemeinde ansprechen. Die Firma „tw-elektric“ bietet im Ortskern mehr als 100 Mitarbeitern Lohn und Brot. Die meisten der ehemals 23 Lehnshöfe werden auch heute noch landwirtschaftlich genutzt und so mancher engagiert sich im Tourismus.
Rohrbach zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus. Die Musik steht im Mittelpunkt (Kirchenchor, Musikverein, Handharmonikaclub), der Narrenverein (Kohlebrenner), die Landfrauen, die Schützengilde und die Feuerwehrabteilung tragen viel zum dörflichen Leben bei. Das Dorffest erfreut sich besonders reger Teilnahme der Bevölkerung.
Im Jahre 1975 wurde ein Kindergarten mit einer Gruppe im früheren Rathaus eingerichtet. Eine Feuerwehrgarage und ein Dorfplatz mit Spielplatz gegenüber vom Kindergarten wurden bis 2003 eingerichtet. Das Rathaus selbst steht noch zur Sanierung an.
Ortsvorsteher ist Karl Wehrle. Fünf weitere Ortschaftsräte stehen ihm zur Leitung der Geschicke des Ortsteils zur Seite.
Im Jahre 2016 konnte Rohrbach sein 700jähriges Bestehen feiern.

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